„Aus“ für die FWR-Energiegenossenschaft Böhmfeld

Genossenschaftsanteile werden demnächst verteilt

Böhmfeld (sdr) „Wir bauen unser Windrad selbst!“ hieß es im Februar 2012, als die FWR-Energiegenossenschaft Böhmfeld erfolgversprechend an den Start ging. Eine Windkraftanlage oder besser zwei sollten Böhmfeld unabhängig machen von auswärtigen Stromanbietern. Groß war die damalige Begeisterung für das genossenschaftliche Vorhaben. Personen aus Böhmfeld und Umgebung erwarben binnen kurzer Zeit 1.200 Geschäftsanteile à 100 Euro. Leider scheiterte das Projekt an objektiven Hindernissen, weshalb die Generalversammlung 2017 die Auflösung der Genossenschaft beschloss.

Bereits im letzten Jahr ernannte man die Vorstände Otmar Oesten und Hans Jörg Hofmann zu Liquidatoren. Kürzlich luden sie zur letzten Generalversammlung im Sportheim in Böhmfeld ein. Nur 38 Mitglieder der Genossenschaft nahmen daran teil.

Liquidator Otmar Oesten berichtete, dass von den Einlagen der Genossenschaftsmitglieder samt Verzinsung in Höhe von 123.503 Euro nach Abzug aller in den sieben Jahren angefallenen Kosten noch 61.114,12 Euro vorhanden seien. Zu erwarten seien noch eine Steuerrückerstattung von 363 Euro sowie kleinere Zahlungen. Oesten teilte mit, dass den Mitgliedern der Genossenschaft zu gegebener Zeit die Endabrechnung mitgeteilt werde. Abschließend erfolge dann die Verteilung der Anteile. Alle Anwesenden waren damit einverstanden, dass Otmar Oesten die Unterlagen der FWR-Energiegenossenschaft zehn Jahre lang in seinem Hause aufbewahren wird.

Aufsichtsratsvorsitzender Alfred Ostermeier blickte zurück in die vergangenen sieben Genossenschaftsjahre: Von Fachleuten sei der Reisberg damals als idealer Windradstandort für Böhmfeld vorgeschlagen worden, erinnerte Ostermeier. Anschließend habe er mit betroffenen Grundstückseigentümern erfolgreich verhandelt und einen Bauantrag beim Landratsamt Eichstätt eingereicht. Erst dann sei es möglich gewesen, die erforderlichen Auskünfte über die Realisierbarkeit des Bauvorhabens zu erhalten. Dabei habe sich ergeben, dass wegen des Radarbetriebs des Militärflugplatzes Manching eine Bauhöhenbeschränkung zu beachten sei, wodurch in Böhmfeld kein rentabler Betrieb von Windrädern möglich sei. Als zweites Problem habe sich, so Ostermeier, der zu geringe Abstand zur Erdbebenmessstation am Tongraben auf Böhmfelds Gemarkung herausgestellt. Das endgültige Aus habe die vom Freistaat Bayern beschlossene 10 H-Regelung gebracht, wonach das Zehnfache der Höhe der Windkraftanlage als Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten sei. „Wegen unüberwindbarer objektiver Faktoren sind wir einen dreifachen Tod gestorben“, resümierte der Vorsitzende.

Ostermeier betonte, dass Vorstandschaft und Aufsichtsräte stets rein ehrenamtlich für die Energiegenossenschaft gearbeitet haben. Er dankte den Mitstreitern für die „souveräne“ Erledigung ihrer

Aufgaben.

Text zum Foto (adamo):

Ernste Gesichter bei der letzten Versammlung der FWR-Energiegenossenschaft Böhmfeld: Aufsichtsrat Josef Stelz, die Liquidatoren Hans Jörg Hofmann und Otmar Oesten, Aufsichtsratsvorsitzender Alfred Ostermeier und Aufsichtsrat Klaus Peter Rinke (v. links).

Aktualisiert (Montag, den 09. Juli 2018 um 16:05 Uhr)

 


 

Liebes Mitglied,

hiermit laden wir Sie herzlich zur Generalversammlung der FWR

Energiegenossenschaft Böhmfeld am 29.06.2018 um 19.30 Uhr

im Sportheim in Böhmfeld, Hofstetterstr. 22, ein.

 

Tagesordnung:

  1. 1.Eröffnung und Begrüßung
  2. 2.Bericht der Liquidatoren
    1. a)Jahresrückblick
    2. b)Kassenbericht, wesentliche Ausgaben

3.  Auflösung der FWR Energiegenossenschaft Böhmfeld eG iL

  1. a)Beratung und Beschlussfassung
  2. 4.Verschiedenes

 

Falls Sie nicht persönlich an der Generalversammlung teilnehmen

können und sich entsprechend § 43 Abs. 5 Genossenschaftsgesetz

vertreten lassen möchten, geben Sie bitte Ihrem Vertreter/Ihrer

Vertreterin die ausgefüllte Stimmvollmacht mit, die Sie in der Anlage

finden. Bitte beachten Sie, dass eine Person höchstens 2 Mitglieder

vertreten kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Otmar Oesten                                    Hans-Jörg Hoffmann

Liquidator                                           Liquidator

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vollmacht für die Generalversammlung

 

 

Name , Vorname, Mitgliedsnummer ………………………………………………………………………………………………..

Anschrift …………………………………………………………………………………………………………………………………………

 

 

PLZ, Ort …………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Vollmacht zur Generalversammlung der FWR Energiegenossenschaft Böhmfeld eG iL am 29.06.2018 um 19.30 Uhr im Sportheim in Böhmfeld, Hofstetter Straße 22.

 

Wir / ich bevollmächtige

 

Frau / Herrn ………………………………………………………………………………………………………………………….

 

uns / mich in allen Angelegenheiten bei der Generalversammlung der Genossenschaft zu vertreten.

 

 

 

Ort, Datum ………………………………………………………….   Unterschrift………………………………………….    

Aktualisiert (Freitag, den 08. Juni 2018 um 12:19 Uhr)

 

FWR-Energiegenossenschaft vor dem Ende

Nach gescheitertem Windradplan keine sinnvollen Projekte in Aussicht

Böhmfeld (sdr) Was vor etwas mehr als fünf Jahren mit viel Euphorie und Engagement begann, muss nun zum Leidwesen der Beteiligten zwangsläufig ein Ende nehmen. Gemeint ist die FWR-Energiegenossenschaft Böhmfeld, gegründet zum Zwecke der Errichtung von zwei Bürgerwindrädern zur umweltfreundlichen dezentralen Stromgewinnung zugunsten von Gemeinde und Bürgerschaft. Ein denkwürdiges Ereignis für die Mitglieder war vor kurzem die Generalversammlung. Im Mittelpunkt stand der einhellige Beschluss zur Auflösung der Genossenschaft.

Da Aufsichtsratsvorsitzender Alfred Ostermeier nicht anwesend sein konnte, leitete Vorstand Otmar Oesten die Versammlung. Er berichtete, dass es in der Vorstandschaft im Januar dieses Jahres einen Wechsel gegeben habe. Vorstand Christian Preißer habe sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Aufsichtsrat Hans-Jörg Hoffmann sei nachgerückt. Des Weiteren ließ Oesten wissen, dass die Prüfung der Genossenschaft durch den Genossenschaftsverband zu keinerlei Beanstandungen geführt habe.

Der Blick zurück zeigt folgendes Bild: Obwohl die Gemeinde im Jahre 2012 rasch die einzige geeignete Fläche für den Bau von Windkraftanlagen in Böhmfeld ausfindig gemacht, ausgewiesen und verschiedene erforderliche Gutachten in Auftrag gegeben hatte, scheiterte die Verwirklichung des Vorhabens. Es gab drei Gründe: Just in dieser Zeit wurde der Abstandsradius rund um Erdbebenmessstationen, wovon in der Böhmfelder Gemarkung eine vorhanden ist, von drei auf fünf Kilometer erweitert. Der mögliche Windradstandort befindet sich innerhalb dieser Tabuzone. Vom Militärflugplatz Ingolstadt-Manching kam die Meldung, dass wegen des Radarbetriebs eine Bauhöhenbeschränkung für Windräder zu beachten sei. Dies bedeutet, dass in Böhmfeld derzeit kein wirtschaftlicher Betrieb von Windkraftanlagen möglich ist. Schlussendlich entschloss sich die Bayerische Staatsregierung, den Bürgerprotesten Rechnung zu tragen und die 10-H-Regelung einzuführen, was heißt, dass der Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen muss – ein weiteres Totschlagsargument für Windkraftanlagen in Böhmfeld.

Als Hoffnungsschimmer blieb im vergangenen Jahr der geplante Bau von mehreren Windrädern in der Nachbarortschaft Hofstetten durch die Firma Ostwind aus Regensburg. In dieses Projekt, so Bürgermeister Roland Sammüller damals in der Versammlung, könne die FWR-Energiegenossenschaft Böhmfeld einsteigen. Da sich dieser Standort in Hofstetten zwar am Rande aber immer noch innerhalb der Schutzzone der Böhmfelder Erdbebenmessstation befindet, wartete die Genossenschaft auf ein Gerichtsurteil aufgrund einer Klage eines Windradbetreibers aus Beilngries gegen den erweiterten Abstandsradius. Die Auflösung der FWR-Energiegenossenschaft wurde so erst mal auf Eis gelegt.

Jetzt stellte Bürgermeister Sammüller in der jüngsten Versammlung klar, dass das Gericht eine Rücknahme der Erweiterung der Schutzzonen für seismologische Anlagen zugunsten von Windparks abgelehnt habe. Allerdings liege dem Landratsamt Eichstätt noch keine schriftliche Begründung des Urteils vor, merkte er an. Sammüller vermutet, dass eine Fortführung der Klage bei der nächsten Instanz, dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, wenig Aussicht auf Erfolg habe, weil Fachleute eher zu einer nochmaligen Ausdehnung der Tabuzone tendierten. Nichtsdestotrotz wolle Investor Ostwind am Ball bleiben, da er bereits viel Geld in das Hofstettener Projekt investiert habe, gab der Bürgermeister zu verstehen.

„Abwarten können und wollen wir nicht mehr, weil die jährlich anfallenden betrieblichen Aufwendungen wie Kosten für den Steuerprüfer und Beitrag zum Genossenschaftsverband das jetzt noch vorhandene Kapital weiter schrumpfen lassen“, betonte Vorstand Otmar Oesten. 1.200 Genossenschaftsanteile zu je 100 Euro waren erworben worden. Durch Verzinsung entstand eine Gesamtsumme von 123.503 Euro. Kostspielige Fachgutachten und Betriebsausgaben reduzierten den Betrag auf mittlerweile 63.669,48 Euro.

Angesichts der Tatsache, dass nur noch die Hälfte des von den Anlegern eingezahlten Geldes vorhanden ist und in absehbarer Zeit kein anderes sinnvolles Projekt ins Auge gefasst werden kann, votierten die anwesenden Genossenschaftsmitglieder geschlossen für die Auflösung der Genossenschaft. Die Gründe für das Scheitern sollten unbedingt schriftlich festgehalten werden, regte ein Genossenschaftsmitglied an. Otmar Oesten und Hans-Jörg Hoffmann wurden zu Liquidatoren bestellt. Sie werden sich in den kommenden Monaten um die bürokratischen Vorgänge zur Auflösung der Genossenschaft kümmern. Bei der nächsten Generalversammlung werden die Genossenschaftsmitglieder erfahren, was von ihren Beiträgen noch übrig ist und an sie anteilsmäßig ausgezahlt werden kann.    

EG Bfld Aulösungsversammlung 17-05-19 Za

Foto adamo

Aktualisiert (Montag, den 22. Mai 2017 um 21:02 Uhr)

 

Einladung zur G e n e r a l v e r s a m m l u n g

Liebes Mitglied,
hiermit laden wir Sie herzlich zur Generalversammlung der FWR Energiegenossenschaft Böhmfeld eG  am  19.05.2017 um 19.30 Uhr im Sportheim in Böhmfeld, Hofstetterstr. 22, ein.

Tagesordnung:
1.    Eröffnung und Begrüßung
2.    Bericht des Vorstands
       a)    Jahresrückblick
       b)    Kassenbericht, wesentliche Ausgaben
       c)    Beschlussfassung zur Genehmigung der Ausgaben
3.   Bericht des Aufsichtsrats
4.   Beschlussfassung über die Entlastung der
      a)    Mitglieder des Vorstandes
      b)    Mitglieder des Aufsichtsrats
5.    Auflösung der FWR Energiegenossenschaft Böhmfeld eG ,
      a)    Bericht über den Status des Windradprojektes Hofstetten
      b)    Beratung und Beschlussfassung
      c)    gegebenenfalls Bestellung der Liquidatoren
6.    Verschiedenes

Die Rechnungen des Jahres 2016 liegen während der Versammlung zur Einsicht aus.

Falls Sie nicht persönlich an der Generalversammlung teilnehmen können und sich entsprechend § 43 Abs. 5 Genossenschaftsgesetz vertreten lassen möchten, geben Sie bitte Ihrem Vertreter/Ihrer Vertreterin die ausgefüllte Stimmvollmacht mit, die Sie in der Anlage finden. Bitte beachten Sie, dass eine Person höchstens 2 Mitglieder vertreten kann.

Mit freundlichen Grüßen


Otmar Oesten            Hans-Jörg Hoffmann
Vorstand                   Vorstand




Vollmacht für die Generalversammlung

 

 

Name , Vorname, Mitgliedsnummer ………………………………………………………………………………………………..

Anschrift …………………………………………………………………………………………………………………………………………

 

 

PLZ, Ort …………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Vollmacht zur Generalversammlung der FWR Energiegenossenschaft Böhmfeld eG iG. am 19.05.2017 um 19.30 Uhr im Sportheim in Böhmfeld, Hofstetter Straße 22.

 

Wir/ ich bevollmächtige

 

Frau/ Herrn ………………………………………………………………………………………………………………………….

 

Uns/ mich in allen Angelegenheiten bei der Generalversammlung der Genossenschaft zu vertreten, insbesondere die Satzung für uns / mich zu unterschreiben und für uns / mich bei den Wahlen zum Vorstand / Aufsichtsrat abzustimmen.

 

 

Ort, Datum ………………………………………………………….   Unterschrift………………………………………….    


Aktualisiert (Mittwoch, den 26. April 2017 um 16:39 Uhr)

 
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